26. Juni 2012 – Generalanzeiger

Ehepaar Burggraf radelte gen Osten

Von Ariane Fries

BONN.  Auf der 15.000 Kilometer langen Seidenstraßen-Tour erlebte das Ehepaar Burggraf viele spannende Abenteuer, die sie jetzt in Bonn erzählten.
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Wolfgang Burggraf berichtet über die Reise. Foto: Barbara Frommann

Gunda Werner-Burggraf und Wolfgang Burggraf sind auf der Seidenstraße 15.000 Kilometer nach Japan geradelt. 427 Tage brauchten sie für die Strecke. Nun referiert Wolfgang Burggraf bei unregelmäßig stattfindenden Vorträgen wie jetzt in der Trinitatiskirche über Teilabschnitte der Route.

Diesmal erzählte er von den Erfahrungen auf der 1648 Kilometer langen Strecke zwischen Sarajevo und der Ägäis. Gleich zu Beginn erklärte Wolfgang Burggraf lachend, dass das ein recht exklusiver Vortrag sei, denn er habe sich fest vorgenommen, über die einzelnen Abschnitte nur einmal zu berichten.

„Auf unserer Tour mussten wir permanent aufpassen.“ Etwa auf Landminen. Denn die beiden fuhren eben auch durch bekannte Krisen- und ehemalige Kriegsgebiete. „Die Landminen sind zum Beispiel nur teilweise markiert“, erinnert sich der 51-Jährige. Fähnchen, die sie entlang ihres Weges sahen, zeigten die gefährlichen Waffen. Das sei schon eine besondere Anspannung, die sich dann dauerhaft ausbreitet.

Auch wurden die Abenteurer drei Mal überfallen. Allerdings sei alles relativ gut ausgegangen. An einem kleinen Bären radelten sie vorbei. „Gerne wären wir stehen geblieben, um das Tier ein wenig zu beobachten, aber wo ein Junges ist, kann auch die Mutter nicht weit sein, und die kann ja recht gefährlich werden“, so der Theologe.

Diese permanente Anspannung musste in Deutschland erst wieder allmählich abgelegt werden. „Man braucht ein gutes halbes Jahr, um wieder hier anzukommen“, beschreibt Wolfgang Burggraf die Zeit seit der Rückkehr. Es sei schön gewesen, wieder in den eigenen vier Wänden zu leben und die Tür auch richtig abschließen zu können, erinnert sich Burggraf an die ersten Tage.

In einem Zelt gebe es diese Sicherheit nun mal nicht. Auch andere Dinge des alltäglichen Lebens weiß er nun mehr zu schätzen. „Aus dem Wasserhahn kommt frisches Wasser, die Lebensmittel sind ungiftig und ich darf meine Meinung frei äußern“, fasst er die auffallendsten Merkmale zusammen. Oftmals berichtete das Rad-Team erst kritisch in seinem Online-Tagebuch über ein Land, wenn es es bereits verlassen hatte. Zu groß war ihre Angst vor der Zensur.

Zurück in Bonn müssen die Burggrafs eine staatliche Kontrolle nicht fürchten und können völlig ungeschönt von ihren Erlebnissen berichten. Auf die Frage, ob sich die beiden auch noch mal auf den Weg machen würden, nickt Burggraf. „Allerdings befürchte ich, dass dann der berufliche Neueinstieg überhaupt nicht mehr klappt“, vermutete er.

Derzeit habilitiert Gunda Werner-Burggraf an der Universität Bochum. Wolfgang Burggraf besucht eine Fortbildung in internationalem Management und Produktmanagement in Köln, was ihm durch ein Stipendium ermöglicht wurde. „Ich gehe davon aus, dass ich anschließend wohl als Freiberufler arbeite“, sagt er. „Vermutlich gehe ich dann nicht, bevor ich 75 Jahre bin, in den Ruhestand. Noch mal so eine Rad-Tour ist dann wohl zu anstrengend.“

Info: www.silkroad-project.eu

Artikel vom 26.06.2012

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www.silkroad-project.eu
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