12. Dezember 2012 – Pauke KulturBistro

Silkroad-Project, Mittwoch, 12.12.2012, 20:00 Uhr

Silkroad-Project

16.000 Kilometer mit dem Rad in 427 Tagen von Bonn nach Japan

Durch die Wüsten im Winter: Teheran – Kavir-Wüste – Karakum-Wüste – Buchara

Wolfgang Burggraf: Bildvortrag mit Gesprächscharakter

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Den Rädern sieht man es an, den Fahnen auch: 16.000 Kilometer durch Wind und Wetter
von Bonn nach Japan. In 14 Monaten hat sich die Route mehrmals geändert, Kriegswirren,
politische Verwicklungen, die Atomkatastrophe ermöglichten nicht immer das Weiterreisen
wie geplant. Die Entscheidung, alles aufzugeben, die Arbeit zu kündigen und nach Jahren und
Jahrzehnten in sozialen Berufen und Engagement den Blick in andere Kontinente, andere
Kulturen und andere Religionen weder beruflich noch als Tourist zu machen, ist nicht leicht.
Doch die Neugierde ist größer, die Faszination, den Weg auf dem Rad zurückzulegen.
Wir kündigen unsere Arbeit, verlassen soziales Engagement, Freunde und Familie und nehmen
den Status der Rad-Nomaden ein. 1,5 Jahre Vorbereitung sind gerade genug, um alles zu
schaffen, die Karten zu studieren, die Länder. Wichtiges abzuschließen, Neugierde weiter zu
entfachen. Wir sind uns sicher: wir wollen genau dahin, von wo wir in der westlichen Presse
so wenig und vor allem Negatives hören. Wir wollen vor Ort die Luft schnuppern, die
Menschen treffen und Da-sein. Unterwegs-sein.

Mit einem Anhänger, insgesamt 12 Taschen, vielen Ersatzmänteln, Schläuchen, Ersatzteilen,
wenigen Klamotten für Sommer wie Winter machen wir uns auf den Weg quer durch
Europa und Asien. Es ziehen sich drei Themen durch unsere Reise: Krieg, Gastfreundschaft
und schlechtes Wetter. Wir fahren durch das ehemalige Jugoslawien, sprechen mit Über-
lebenden der Belagerung von Sarajewo, fahren an Minenschildern vorbei, an Ruinen und
Waisenheimen. Immer wieder sehen wir Zelte des UNHCR in der autonomen Region Kur-
distan im Irak ebenso wie viele Schilder der Wiederaufbauprojekte der EU und der Hilfs-
werke in Tadjikistan. Wir kommen aus dieser Arbeit und kennen das Geschäft. Über-
nachtungen zu finden ist nicht immer leicht, es gibt Minen und Militär, Überschwemmungen
und Gegenden, in denen wenig Sicherheit herrscht. Inmitten der kritischsten Momente: Tee
und Brot, Tee und Kekse, Tee und Bonbons, Tee und Suppe. Übernachtung. Hilfe. Immer
und immer wieder. Die Gespräche drehen sich dabei um Zukunft, Versöhnung, Politik, eben
um Krieg und der Sehnsucht nach einer guten Zukunft.

Unsere Ausrüstung musste alles zeigen: 30 Prozent Regen, tiefste Temperaturen, Hitze,
schlechte Straßen, großes Gewicht. Transporte im Zug, auf LKWs und im Schiff. Bis auf
30 Platten, zwei kaputte Kugellager und sieben neue Reißverschlüsse am Zelt: alles in Ordnung.
Wir sind froh. Weder sind wir krank geworden noch mussten wir die Reise abbrechen aufgrund
von Materialschaden oder Unfällen.

Würden wir noch einmal fahren: Ja. Für die Sonnenuntergänge und die Vögel am Morgen,
die Menschen auf dem Weg und das Radfahren in jeder Situation. Jetzt sehen wir unseren Ort
aber hier, in der Gestaltung und in der Öffentlichkeitsarbeit für die Rechte und Zukunft der
Menschen, die wir kennen lernen durften und wo wir immer wieder einen kleinen Teil des Lebens
erleben und teilen konnten. Daher bleibt die Homepage bestehen und ist eine Plattform, nicht nur
der Informationen für andere Radler und einer Relecture für uns in der Verknüpfung mit dem, was
heute geschieht. Sondern vor allem als politische Plattform für Nachrichten aus aller Welt zu den
Ländern, durch die wir gefahren sind. Im Kopf fahren wir weiter.

Gunda und Wolfgang Burggraf

http://www.silkroad-project.eu

Eintritt: frei

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About seidenstrassesilkroadproject

www.silkroad-project.eu
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