2. Januar 2013 – Bonner Rundschau

klicken Sie HIER zum Artikel der Bonner Rundschau
„Jo, mir san mit dem Radl do!“ Wolfgang Burggraf zeigt sich noch mal mit seinem Drahtesel an der Stelle, wo 2010 für ihn und seiner Ehefrau Gunda die lange Reise ins ferne Japan begann – auf dem Münsterplatz zu Füßen des großen Sohnes der Stadt Bonn, Ludwig van Beethoven. Foto: Klodt
Seinem roten Herrenrad sieht man die Strapazen immer noch an. Der Kilometerzähler sieht abgegriffen aus, die Schutzbleche sind demoliert, überall sind Halterungen für Radtaschen befestigt. Von Sandra Simonsen
Drucken per Mail
Bonn.

Seinem roten Herrenrad sieht man die Strapazen immer noch an. Der Kilometerzähler sieht abgegriffen aus, die Schutzbleche sind demoliert, überall sind Halterungen für Radtaschen befestigt. Denn Wolfgang Burggraf wagte das scheinbar Unmögliche: Gemeinsam mit seiner Frau Gunda fuhr er mit dem Fahrrad von Bonn bis nach Tokio.

Am 1. August 2010 startete das Ehepaar ihre 16 000-Kilometer-Reise vom Bonner Münsterplatz aus. „Wir haben uns hier morgens um zehn Uhr getroffen – der wirklich nervenaufreibende Teil hatte dann endlich ein Ende“, erklärte Burggraf. Denn tatsächlich sei das „Einmotten“ der Habseligkeiten, das Kündigen der Jobs und all der Planungsaufwand vorher viel anstrengender gewesen als die Reise selbst.

429 Tage brauchte das Paar für die Strecke, mittlerweile sind sie seit ebenso langer Zeit wieder zu Hause – für Burggraf der Anlass, eine Vortragsreihe über die vielen Erlebnisse, Erfahrungen und Kulturschocks zu veranstalten. „Wir haben uns Silvester 2008 für die Reise entschieden, anderthalb Jahre lang geplant, sind dann 14 Monate unterwegs gewesen und haben die Reise jetzt anderthalb Jahre lang noch einmal zu Hause nachgearbeitet – das ist der perfekte Abschluss“, erzählte der 52-Jährige.

Kroatien, Pakistan, der Iran, Afghanistan und China waren nur einige der spannenden Stationen auf der Reise von Gunda und Wolfgang Burggraf, häufig mussten sie ihre Route entlang der Seidenstraße wegen Kriegswirren, politischer Verwicklungen oder zuletzt wegen der Katastrophe von Fukushima ändern – doch ans Abbrechen hat keiner der beiden Radler gedacht. „Natürlich gab es Phasen, in denen wir nicht mehr weiterwollten oder konnten – doch glücklicherweise hatten wir die nie beide gleichzeitig, so konnte der eine den anderen wieder motivieren“, erinnert sich Burggraf. So ging es Tag für Tag durch Wüsten, Schnee, Regen und Sandstürme – immer mit dem festen Ziel vor Augen „den weißen Fleck auf der Landkarte“ kennen zu lernen.

Heute blickt Burggraf mit unzähligen Erinnerungen auf die Reise zurück – guten wie schlechten. „Am schlimmsten war für uns die Katastrophe von Fukushima und die Ungewissheit danach“, erinnert er sich. Doch die schlechten Erinnerungen würden vor allem von beeindruckender Landschaft und Natur überstrahlt. „Die Wüsten in ihrer Unaufgeräumtheit und Einsamkeit waren besonders beeindruckend für uns, aber auch die Nähe des Himmels in den Bergen und die vielen Murmeltiere dort waren besonders toll“, erzählte der Radfahrer mit der enormen Ausdauer.

Im neuen Jahr setzt der heutige „Berater und Trainer für Diversity und Ethik“ seine Vortragsreihe über die vielen Erlebnisse mit Einheimischen, Landschaft und Natur fort. Am Mittwoch, 16. Januar, ab 20 Uhr geht es um das „Bilderbuch der Seidenstraße“ und am Mittwoch, 6. Februar, steht der Vortrag ab 20 Uhr ganz unter dem Motto „Afghanistan in Rufweite“. Die Vorträge finden jeweils in der Trinitatis-Kirchengemeinde, Brahmsstr. 14, statt.

Advertisements

About seidenstrassesilkroadproject

www.silkroad-project.eu
Dieser Beitrag wurde unter Bonner Rundschau, Pressespiegel abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s